Sheytan, du bist seit einiger Zeit Mitglied bei „Horrorkore Entertainment“. Wie ist der Kontakt zu Basstard zustande gekommen?
Der Kontakt kam durch MySpac
e zustande. Ich habe damals Basstard aufgrund einer privater Frage kontaktiert und bin drauf hin mit ihm ins Gespräch gekommen. Nachdem er meine Musik gehört hat und wir einige Unterhaltungen geführt haben, wurde ich dann auch gesignt. Die Chemie zwischen mir und Nima hat von Anfang an gestimmt und da ich das erste Mal durch „Obscuritas Eaterna“ mit Deutschrap in Berührung gekommen war, war es für mich eine besondere Freude auf Basstards Label gesignt zu werden.
Am 31. Oktober wurde der erste Labelsampler „Zeitzeugen“, den du zusammen mit Basstard und den ebenfalls neuen Künstlern Adden und Medizin Mann aufgenommen hattest, veröffentlicht. Wie verlief die Zusammenarbeit mit den anderen Rappern von „Horrorkore“?
Die Zusammenarbeit mit Basstard und Medizin Mann lief problemlos ab und es herrschte eine gute Atmosphäre. Ich persönliche hatte eine sehr angenehme Zeit in Berlin und wurde von allen sehr warm und freundschaftlich empfangen. Mit Adden nahm ich lediglich ein Lied im Studio auf, was aber auch sehr gut verlief.
In einem Interview mit B-Stadt hast du geäußert, dass du privat hauptsächlich „klassische Musik“ hörst. Bushido hat für sein aktuelles Album, Beats mit dem slowakischen Nationalorchester eingespielt. Könntest du dir eine derartige genreübergreifende Zusammenarbeit vorstellen und welcher Künstler aus der Klassik-Szene käme für dich in Frage?
Auf jeden Fall. Es wäre sogar ein großer Wunsch von mir eines Tages die Möglichkeit zu haben ein gesamtes Album live einspielen zu lassen. Es gibt diverse Künstler aus der Klassik-Szene, mit welchen ich gerne zusammenarbeiten würde. Allerdings wäre der Violinist Nigel Kennedy eine besondere Ehre für mich. Meiner Meinung nach ist er einer der großartigsten lebenden Künstler. Als ich noch sehr jung war, besuchte ich eines seiner Konzerte. Wenn ich mich nicht irre, spielte er einige Violinkonzerte von J. S. Bach. Das war definitiv ein prägendes Erlebnis. Neben seinen musikalischen Fähigkeiten, respektiere ich ihn auch aus menschlicher Sicht.
Zehn Jahre lang hast du selber Geige gespielt. Hat das dein Verständnis dafür wie Musik klingen muss verändert? Spielst du für Instrumentals auch mit der Geige ein?
Ich bin mit Klassischer Musik groß geworden bzw. fing in sehr jungen Jahren an Violine zu spielen, und hatte deswegen keinen Bezug zu anderen Musikrichtungen, iranische Musik ausgeschlossen. Allerdings muss ich sagen, dass ich mittlerweile sehr viel verschiedene Musikrichtungen höre. Aus musikalischer Sicht bin ich ein offener Mensch, denn im Bereich der Musik existieren für mich keinerlei Vorurteile.
Du wurdest in Deutschland geboren und lebst jetzt seit zwei Jahren in den Vereinigten Staaten, was waren die Gründe für den Wechsel des Wohnortes? Hast du mittlerweile die US-amerikanische Staatsbürgerschaft?
Ich bin aufgrund familiärer und privater Gründe in die USA gezogen. Es gab für mich keine ansprechende Perspektive in Deutschland und meine Familie war hier nicht glücklich. Ich erlebte einige unschöne Sachen in diesem Land und meine Zukunft sah
aus vieler Hinsicht nicht mehr gut aus. Trotz all der schlechten Erfahrung muss ich sagen, dass Deutschland meine Heimat ist und bis dato eine starke Bindung zwischen mir und Deutschland herrscht. Nein, ich besitze keine amerikanische Staatsbürgerschaft und habe auch nicht vor diese jemals anzunehmen.
Wie funktioniert, angesichts der Entfernung zu Berlin, die Zusammenarbeit mit deinem Label?
Es herrscht regelmäßiger Telefon- und E-Mail-Kontakt zwischen mir und Basstard. Somit halten wir uns auf dem neusten Stand. Die Aufnahmen entstehen in Berlin.
In Interviews mit US-amerikanischen Rappern wurde in den letzten Monaten häufig nach der Meinung zu dem – mittlerweile - designierten Präsidenten Barack Obama gefragt. Wie hast du den Wahlkampf in den USA erlebt und denkst du, dass Obama die Erwartungen erfüllen wird?
Ich bin ehrlich gesagt kein Mensch, der sich großartig mit der Politik auseinander setzt. Hoffen wir aber mal, dass sich etwas verändern wird, wobei ich es bezweifle, da meiner Meinung nach die Lobbyisten immer noch eine Machtposition besitzen.
Du besitzt zwei Pitbulls, die man sich auf deiner MySpace-Seite in einem Video ansehen kann. Darin werden die Hunde aggressiv in Szene gesetzt. Ordnest du die Tiere als Waffen oder Statussymbole ein, oder steht bei dir die Zuneigung zu den Pitbulls im Vordergrund?
Letzteres ist definitiv zutreffend. Ich persönlich bin auch gegen das Abrichten von Pitbulls, da diese Rasse nicht zu solchen Zwecken erschaffen wurde. Der American Pitbull Terrier ist ein Kampfhund, was bedeutet, dass diese Rasse für Hundekämpfe gemacht wurde und nicht als Schutz oder Wachhunde. Deshalb sollte auch ein Pitbull aus einer guten Linie und guten Zucht keine angeborene Aggression gegenüber Menschen besitzen. Der American Pitbull Terrier ist von Natur aus ein sehr loyaler, ausgeglichener und menschenfreundlicher Hund, solang er nicht einer falschen und schlechten Erziehung unterliegt.
Was kannst du zu deinem geplanten Soloalbum bezüglich des voraussichtlichen Erscheinungsdatums und des musikalischen Stils sagen?
Ein Releasedate ist noch nicht bekannt, allerdings werden die Aufnahmen zum Album voraussichtlich im Sommer 2009 beginnen. „GOSSIK“ wird der Name des Albums lauten. Textlich bewegt sich der Stil zwischen Mystik, Horror und Gosse. Die Themen variieren
zwischen extrem harten Battle-Texten, tiefsinniger Lyrik und alltäglichen Themen. Beattechnisch wird das Album einen sehr melodischen Klang haben. Die Atmosphere wird eine Mischung aus Klassik, Gothic, Metal und natürlich Hip-Hop sein. Ein Großteil, der bisherigen Beats, ist von FIGHTMELODY PRODUCTION kreiert worden (mein langjähriger Freund Nima aus München und ich).
Du bist jetzt 18 Jahre alt, was ist dir für die nächsten Jahre wichtig und was möchtest du, vor allem musikalisch, erreichen?
Mein nächstes Ziel ist es ein Album („GOSSIK“) zu machen, welches mich persönlich auf musikalischer Ebene komplett zufrieden stellt. Was danach passiert, weiß ich nicht und aus finanzieller Sicht erhoffe ich mir nicht all zuviel, da der Musikmarkt derzeit keine Perspektive aufweist.
Abschließend ein Brainstorming, was assoziierst du mit folgenden Begriffen?
- Berlin: Tempelhof
- Gangster-Rap: La Honda
- Alkohol: Gehört verboten und Gras gehört legalisiert
- Katze: Perserkatzen
- MC Basstard: Erschaffer des deutschen Horrorcore-Genre und der Mann, dem ich dankbar bin
- MySpace: Sehr gute Plattform für Promotion
- Kapitalismus: Das, was uns zu dem gemacht hat, was wir sind.....
- Religion: Sowohl der Grund für gute als auch schlechte Taten
- Auto-Tune: Kein Interesse
- Mahmud Ahmadinedschad: Soziopathischer Holocaust-Verleugner
Das Interview wurde geführt von Lipstar.
e zustande. Ich habe damals Basstard aufgrund einer privater Frage kontaktiert und bin drauf hin mit ihm ins Gespräch gekommen. Nachdem er meine Musik gehört hat und wir einige Unterhaltungen geführt haben, wurde ich dann auch gesignt. Die Chemie zwischen mir und Nima hat von Anfang an gestimmt und da ich das erste Mal durch „Obscuritas Eaterna“ mit Deutschrap in Berührung gekommen war, war es für mich eine besondere Freude auf Basstards Label gesignt zu werden.
aus vieler Hinsicht nicht mehr gut aus. Trotz all der schlechten Erfahrung muss ich sagen, dass Deutschland meine Heimat ist und bis dato eine starke Bindung zwischen mir und Deutschland herrscht. Nein, ich besitze keine amerikanische Staatsbürgerschaft und habe auch nicht vor diese jemals anzunehmen.
zwischen extrem harten Battle-Texten, tiefsinniger Lyrik und alltäglichen Themen. Beattechnisch wird das Album einen sehr melodischen Klang haben. Die Atmosphere wird eine Mischung aus Klassik, Gothic, Metal und natürlich Hip-Hop sein. Ein Großteil, der bisherigen Beats, ist von FIGHTMELODY PRODUCTION kreiert worden (mein langjähriger Freund Nima aus München und ich).